Flippern for dummies
Früher gab es im Restaurant Rössli einen Flipperkasten. So einer aus viel Metall und vielen farbigen Leuchten. Als junger Mensch kratze ich ab und zu einen Einfränkler aus der Hosentasche, steckte diesen in den gierigen Schlund und erhielt 3 Spielbälle. Mein Kopf schaute knapp über den grossen Kasten. Zu meiner Enttäuschung hielten sich meine Bälle wenig an meine Anweisungen und plumpsten unerreichbar, genau in der Mitte zwischen den beweglichen Flügeln, in die dunkle Höhle der Warteposition, bis sie ein nächster Flipperer vom Nichtstun befreit. Aber ich wurde immer besser und manchmal gelang es mir sogar, ein Freispiel (heute Bonus, Mehrzahl Boni oder Bonusse) zu erarbeiten, aber nur wenn ich gut war. Ich musste mich anstrengen, etwas dafür tun. Die heutigen Flipperkästen der neusten Generation sind etwas anders konzipiert. Sie leuchten immer noch farbig, gehören aber dem Staat. Du brauchst aber keine Anstrengung zu unternehmen, deine Flügel mit den Seitenknöpfen zu bewegen. Denn auch wenn der Ball auf schnellstem Weg auf Nimmerwiedersehen im Managerrachen verschwindet, erhälst du Hunderte von Millionen AIG-Freispiele, auch wenn du versagst. Früher, zu guten alten Zeiten hiess es lapidar und sec: GAME OVER! Das war noch ganz schön liberal.
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Ja, die guten alten Zeiten. Die wünscht man sich in letzter Zeit öfters zurück. Aber unsereins krampft weiter und freut sich auf Besserung. Zumindest haben wir dabei ein reines Gewissen!